Besuch aus Bochum

Die Mitglieder unseres Partnervereins Telekom-Historik Bochum besuchten vom 11. bis 13. April 2019 zum zweiten Mal Dresden.
Nach der Ankunft in Dresden stand ein Besuch des Fernmeldemuseums auf dem Plan. Hier konnten wir sie mit Dresdner Eierschecke und Kaffee verwöhnen. Einige Vereinsfreunde waren noch nie im Fernmeldemuseum Dresden und waren begeistert von den meist funktionsfähigen Exponaten. Während der Führung wurden viele interessante Gespräche geführt und Erfahrungen ausgetauscht.
2015 hatten uns ja die Bochumer Freunde den entscheidenden Tipp gegeben, drei sehenswerte Ausstellungsstücke in Dortmund abzuholen, die nun eine attraktive Ecke im Vereinszimmer ausfüllen.
Am Abend kam es zu einem gemütlichen Zusammentreffen im Dresdner Restaurant 1900.

Am zweiten Tag war eine gemeinsame Exkursion zur Festung Königstein geplant. Insgesamt 25 Teilnehmer beider Vereine trafen sich unter dem Strick im Dresdner Hbf. Gemeinsam fuhren wir mit der S-Bahn bis Königstein. Hier teilte sich die Gruppe, ein Teil begab sich zu Fuß, der andere fuhr mit dem Bus zum Königstein. Oben angekommen, besichtigten wir inklusive einer Führung die 750 Jahre alte Festung. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Erlebnisrestaurant „In den Kasematten“ besuchten unsere Gäste, begleitet von zwei unserer Vereinsmitglieder, das Panometer Dresden mit dem gegenwärtigen Thema „Dresden 1945“.

Auf der Rückfahrt hatten unsere Bochumer Freunde ausreichend Zeit, die zurückliegenden Stunden Revue passieren zu lassen. Sie bedankten sich ganz herzlich bei den Organisatoren für zwei erlebnisreiche Tage in Dresden und betonten, dass die vielen Kontakte und Fachgespräche untereinander sich zum Vorteil beider Vereine und Museen auswirken werden.


Michael Karwath/ Hans-Henning Wolf

P.S: Unsere Vereinsfreunde aus Bochum haben ebenfalls einen Beitrag auf ihrer Homepage zum Dresden-Besuch eingestellt.

Vereins – Exkursion zu den früheren NVA-Objekten Kolkwitz und Leuthen

Die 3. Exkursion in diesem Jahr führte uns am 10.11.2018 zu zwei zu DDR-Zeiten geheimnisumwobenen Objekten der NVA. 18 Mitglieder unseres Vereins trafen sich im Militärhistorischen Museum der Kolkwitzer Bunkerfreunde GS 31 e.V.

Im Walde gelegen, früher noch besser getarnt und gegen „Fremdlinge“ abgeschirmt, steht der Bau heute unscheinbar inmitten eines nach der Wende errichteten Gewerbeparks. Von Kolkwitz wurde von 1967 bis 1990 der gesamte südliche Luftraum der DDR überwacht. Um auch noch nach einem evtl. Kernwaffenschlag handlungsfähig zu sein, hatte der Gefechts-stand (GS) 3 Etagen mit je 700 m² unter der Erde. Darüber befand sich ein Kopfbau mit Verwaltungs- und sonstigen Funktionsräumen.

Die Führung übernahmen zwei ehemalige langjährige Angehörige des GS, die sehr tiefgründig die technischen Einrichtungen und strategisch-komplexe Zusammenhänge erläuterten. Staunend und z. T. etwas schaudernd arbeiteten wir uns durch die Etagen, in denen viele Räume wieder betriebsfähig gemacht wurden. Auch ein Teil der umfangreichen Fernmeldetechnik „klappert“ bereits wieder. Da es vom Bunker keinerlei Funk-Aktivitäten geben durfte, musste sämtlicher Funkverkehr über einige viele Kilometer abgesetzte Sendeanlagen realisiert werden. Eine davon war die RiFu-Stelle Leuthen, die wir nach einer wohlverdienten Mittagpause besuchten. Reiseleiter Burkhard hatte mit dem „Böhmischen Rasthof“ in Hänichen ein sehr gutes Restaurant ausgewählt.

Die Richtfunkbetriebsstelle Leuthen befindet sich außerhalb des Ortes auf bzw. in einem bewaldeten Hügel. Dort arbeiteten eine Handvoll NVA- und Ziviltechniker. Auch dieses technische Denkmal wird von den Kolkwitzer Bunkerfreunden betreut. Mit einbrechender Dunkelheit machten wir uns, mehr oder weniger „erschlagen“ von der Flut an Eindrücken dieser Exkursion, wieder auf den Heimweg. Allen Organisatoren des Ausfluges, vor allem den Kolkwitzer Bunkerfreunden, herzlichen Dank für ihren Einsatz!

Hans-Jürgen Träber

Fernschreibmuseum in Prag öffnet

Im Juni erreichte mich ein ganz besonderes Fernschreiben: In Prag eröffnet demnächst ein Fernschreibmuseum – und was ich in Händen hielt, war die Einladung zur Eröffnungsfeier! Zusammen mit einem weiteren Vereinsmitglied sind wir dieser Einladung zur Eröffnung am 12. Juli 2018 gerne gefolgt.

Was Petr Janatka und sein Team dort bisher geschaffen haben, kann sich sehen lassen. Im Rahmen mehrerer Rundreisen haben sie bereits viele interessante Ausstellungsstücke für ihr noch recht übersichtliches Museum sammeln können.

Hervorzuheben ist der Anspruch, alle Ausstellungsstücke auch funktionstüchtig vorführen zu können. So sah ich erstmals eine Fernschreibverbindung mittels zweier Hellschreiber in Aktion. Viele andere Fernschreiber sind sogar schon per i-Telex auch von anderen Fernschreibfreunden erreichbar (auch unser Verein ist per Fernschreiber erreichbar).

Viele Ausstellungsstücke stammen aus dem ehemaligen Bielefelder Fernmeldemuseum. Die Vereinsfreunde aus Bielefeld nutzten daher ebenfalls die Gelegenheit, dem neuen Museum einen Besuch abzustatten.

Wir wünschen dem Prager Fernschreibmuseum gutes Gelingen – vor allem aber immer ein volles Haus mit vielen interessierten Besuchern!

Weblink: Fernschreibmuseum Prag

Das vierte thematische „K“ der Exkursion nach Maxen

Von der im vorangegangenen Bericht beschriebenen Exkursion nach Maxen waren die meisten Teilnehmer so „erschöpft“, dass nur noch drei Enthusiasten beschlossen, einen drei Kilometer von Maxen entfernten Verstärkerpunkt einer ehemaligen analogen Fernmeldetrasse Berlin-Moskau aufzusuchen. Diese internationale Koaxialkabel- Trasse (MKKM1) wurde 1963 mit sowjetischer Nachrichtentechnik K 1920 in Betrieb genommen, später in den 80er Jahren auf transistorisierte Technik (VLT 1800) umgerüstet.
Die MKKM1 sollte am Anfang vorrangig den Austausch von Fernsehprogrammen im Rahmen der Intervision ermöglichen. Später liefen darüber internationale Fernsprechleitungen zwischen Nord- und Südeuropa.
Wir waren überrascht, in welch gutem Zustand die baulichen Einrichtungen (Zaun, Schutzhaus) ca. ein Vierteljahrhundert nach Nutzungsende noch waren. Die im Kesselamt untergebrachte Technik wurde nach der Wende ausgebaut, das Land meist an die alten Besitzer zurückgegeben.
Wahrscheinlich ist der im Fernmeldemuseum Dresden gezeigte Röhrenverstärker K 1920 das einzige aus dieser Zeit erhaltene Exponat.
Beindruckt von dem Gesehenen, suchten wir noch den nächsten, kabelmäßig nur 6 km entfernten Verstärkerpunkt auf.

Es wäre zu überlegen, wie man die Kesselämter als Sachzeugen dieser Technik für die Nachwelt erhalten könnte.

Soeren Polster

 

 

 

Krieg – Kalk – Kunst, drei thematische „K“ der Exkursion nach Maxen

Vor den Toren von Dresden, oberhalb des Müglitztals liegt der Ort Maxen mit dem rührigen Heimatverein, dem Ziel der zweiten Exkursion des Jahres. Erwartungsvoll starteten wir am 17. Juni eine geschichtsträchtige Zeitreise  und erfuhren im kleinen Heimatmuseum von Frau Jutta Tronicke, dass Maxen nicht nur durch eine bedeutungsvolle Schlacht des Siebenjährigen Krieges (20. November 1759) bekannt geworden ist. In der Schlacht von Maxen trafen 32.000 Österreicher unter Leopold Joseph Graf Daun auf 15.000 preußische Soldaten unter Friedrich August von Finck. Ob dieser Übermacht der Österreicher kapitulierte Fink nach einem verlustreichen Gefecht und begab sich mit den überlebenden Kräften seines Korps in Gefangenschaft, sehr zum Unwillen seines preußischen König Friedrich II.  Noch heute bezeichnet der Volksmund die Anhöhe nahe Maxen, an der dieses „unerhörte Exempel“ geschah, als Finckenfang.

Weit friedvoller und vor allem kunstverständig trat gut sechzig Jahre später der ehemalige preußische Major Johann Friedrich Anton Serre als Schlossherr in Erscheinung.  Er und seine Frau Friederike galten weit über die Landesgrenzen hinaus als Schöngeister und Kunstliebhaber. Namhafte Persönlichkeiten wie Hans Christian Andersen, Clara und Robert Schumann, Prinz Raden Saleh, Ottilie von Goethe, Carl Gustav Carus, Ferdinand Oehme,  Johan Christian Clausen Dahl, Ernst Rietschel und viele andere weilten gern auf Schloss Maxen. Der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen dichtete beeindruckt prosaisch:

„Des Herzens Sonnenschein in Sachsen, er strahlt am schönsten doch in Maxen“.

Zwischen 1839 und 1849 gehörte der von der Insel Java stammende Maler Raden Saleh zum Künstlerkreis um Serre. Raden Saleh wirkte am Ende seines Aufenthalts in Deutschland am Bau des Gartenpavillons im orientalischen Stil mit. Diesem heute als „Blaues Häusel“ bezeichneten Kleinod auf dem Plateau oberhalb des  Müglitztals sowie der im unmittelbaren Umfeld gelegenen Hans-Christian-Andersen-Lärche statteten wir natürlich auch einen Besuch ab.

Doch zuvor wanderten wir zum ehemaligen Kalksteinbruch, der heute der Naturbühne Maxen ein besonderes Flair verleiht. Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckte man im Nordwesten von Maxen einen besonderen, bunt gefärbten Kalkstein: Marmor! Noch heute kann man den Maxener Marmor im Grünen Gewölbe in Dresden bewundern, auch im Französischen Pavillon des Dresdner Zwingers, im Schloss von Moritzburg, im Bautzener Dom und in der Schlosskapelle von Hubertusburg entdeckt man das schöne Gestein. Der am Weg gelegene, liebevoll restaurierte Kalkofen aus dem Jahr 1856 ermöglicht von seiner obersten Plattform einen fantastischen Rundblick, den wir bei strahlendem Sonnenschein gern einfingen.

Mit Bezug auf unsere Vereinstätigkeit ist es interessant zu wissen, dass Adam Rudolph von Schönberg, Geheimer Rat und der letzte Generalpostmeister am kurfürstlich-sächsischen Hof zu Dresden im Jahr 1712 auf dem Gut Maxen geboren wurde.

Dieser Tag wird allen Beteiligten noch lange in guter Erinnerung bleiben.

 

 

1. Exkursion 2018 mit dem Ziel Oberlausitz

Unsere erste  Exkursion des Jahres führte uns wiedermal in die Oberlausitz. 17 Vereinsmitglieder starteten am 22. April bei sommerlichen Temperaturen nach Großdubrau,  um das dort ansässige Elektroporzellan-Museum zu besuchen. Bis zur Liquidierung der traditionsreichen Magarethenhütte im Jahr 1992 wurden vorrangig keramische Isolatoren in allen Formen und Größen produziert. Dank ehemaliger Mitarbeiter, die viele Produktionsmittel vor der Verschrottung retteten, kann man heute noch die einzelnen Verarbeitungsschritte vom Rohmaterial bis zum Endprodukt erläutern. Höhepunkt der fast zweistündigen Führung war die Vorführung eines im Außengelände befindlichen Rohölmotors. Anschließend speisten wir im nahe gelegenen Sächsischen Jäger bevor wir am Nachmittag zur Erkundung der Sonnenuhren nach Taubenheim, einen Ortsteil von Sohland, weiter reisten. Nicht alle der insgesamt 33 Sonnenuhren konnten wir aus Zeitgründen eindeutig ermitteln. Herzlichen Dank sagen wir Burkhard Hollwitz für die gute Organisation der erlebnisreichen Exkursion.

Wenn einer eine Reise tut, ….. – der erste Vereinsabend 2018 –

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Unter diesem Motto des ersten Vereinsabend 2018 stellte uns Jürgen Haubold seine bildlich festgehaltenen Eindrücke der Reise in das südwestliche Länderdreieck Deutschlands vor. Diesmal standen jedoch nicht die landschaftlichen Schönheiten des Schwarzwaldes und der Bodenseeregion im Vordergrund sondern die Eindrücke, die Jürgen in drei hoch interessanten Fernmeldesammlungen in Konstanz (D) Schwäbisch Hall (D) und Islikon (CH) gewinnen konnte. Viele interessante Details und Formen der Präsentation von Exponaten könnten auch für unsere Sammlung weitere Anregungen bieten. Jede der vorgestellte Sammlungen hat eine eigene Spezifik, so dass ein Besuch vor Ort, trotz des hohen Zeitaufwands einer Anreise sicher lohnenswert erscheint. Besonders beeindruckt waren die Anwesenden von einem Exponat der Sammlung in Konstanz. Es handelt sich dabei um Hebdrehwähler des Systems 10 nach Strowger, welche auch in Sachsen, so u.a. im Amt Dresden-Süd sowie im Raum Leipzig zum Einsatz kamen. Es ist einem glücklicher Umstand zu verdanken, dass einzelne Gestellrahmen und Wähler nach der Demontage in den 90er Jahren nicht unwiederbringlich verschrottet wurden, sondern in die Sammlung nach Konstanz gelangten. Leider können wir dieses Exponat in unserer Sammlung  (noch) nicht präsentieren. Wünschenswert wäre deshalb eine teilweise Rückverlagerung nach Sachsen. In der Sammlung in  Schwäbisch Hall wird ein Linienverzweiger (LV) gezeigt, der im originalem  Farbton grün unschwer wieder erkennbar ist. Dieser wurde in den 90er Jahren als Geschenk von Dresden über mehrer Stationen in Baden-Württemberg zum jetzigen Ausstellungsort verlagert und von dortigen Vereinsmitgliedern liebevoll gepflegt.  Von großem Interesse für die anwesenden Vereinsmitglieder war die Präsentation technischer Einrichtungen aus Islikon. Hier wurde vor allem das Wirkprinzip des Vermittlungssystem Hasler 31 heiß diskutiert, welches ausschließlich in der Schweiz zum Einsatz kam. Ein weiteres interessante Objekt ist der erste vollautomatische Anrufbeantworter vom Typ Ipsophon aus dem Jahr 1946.

Insgesamt war es wieder ein gelungener Vereinsabend. Wir danken Jürgen für den informativen Vortrag.

 

Wenn es brenzlig wird …

Am 19. November fand unsere letzte Vereinsexkursion des laufenden Jahres statt. In bewährter Weise bestens von Burkhard organisiert, waren wir diesmal bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Dresden-Bühlau zu Gast. Das triste Grau des Novembersonntags hielt 19 Vereinsmitglieder inklusive Ehepartner sowie zwei Kinder nicht davon ab, der Exkursionseinladung zu folgen. Keiner sollte das Kommen bereuen, denn wir erlebten einen rundum gelungenen Nachmittag. Mit großem Interesse folgten wir im schmucken Aufenthaltsraum der Feuerwache, welches gleichzeitig auch als Traditionszimmer fungiert, den Ausführungen des Wehrleiters Frank Pfeiffer. Mit spürbar viel Herzblut vermittelte er uns Wissenswertes über die Historie sowie das Engagement der Mitglieder der seit 1901 bestehenden Freiwilligen Feuerwehr im Stadtteil Bühlau. Anschaulich wurde uns im liebevoll gestalteten kleinen Museum der FFw sowie in der Fahrzeughalle die Entwicklung und die Strukturen der örtlichen Feuerwehr und des Katastrophenwesens vermittelt. Eindrucksvoll abgerundet wurden die Ausführungen durch einen plötzlich eingehenden Notruf der Leitstelle. Die alarmierten Kameraden waren schnell zur Stelle und rückten binnen weniger Minuten motorisiert zur nahe gelegenen Einsatzstelle aus. Offensichtlich konnte dort schnell geholfen werden, denn nach nicht allzu langer Zeit kehrten die Kameraden zur Wache zurück. Mit diesen Eindrücken ging unsere Exkursion am frühen Abend zu Ende. Ganz herzlich möchten wir uns bei Samir und Burkhard bedanken, die gemeinsam in Familie wohlschmeckenden Kuchen gebacken hatten und uns damit den Nachmittag kulinarisch versüßten. Den Kaffee spendierte uns freundlicherweise unser Gastgeber Herr Pfeiffer.

Jörg Munzig

Handwerkermarkt in Neschwitz

Zum Internationalen Museumstag findet in Neschwitz bei Bautzen der Handwerkermarkt statt und bereits 2013 konnten wir unseren Verein dort präsentieren. In diesem Jahr konnten wir der freundlichen Einladung der Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz wieder nachkommen und haben dabei zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, indem wir dies gleich als Exkursionsziel nahmen.
Auf dem Handwerkermarkt präsentierten sich allerlei traditionelle Gewerke vom Holzbildhauer über Keramiker und Töpfer bis hin zu den Frauen am Spinnrad. Alle waren bemüht, Kinder in ihre Arbeit einzuweihen, so wie auch wir in Person von Jürgen Haubold im Rahmen unserer Präsentation geduldig die Funktion der alten Wählscheibe zeigten. Jürgen hat dabei einen kleinen Überblick über unser Museum gegeben und für einen Besuch in Dresden geworben.
Zünftige Blasmusik und das schöne Wetter hatten bereits viele Besucher angelockt, als unsere 11-köpfige Gruppe in Neschwitz auf dem Markt eintraf. Da wir uns bereits in der Buschmühle Ohorn gestärkt hatten, konnten wir sofort mit Herrn Lehmann, der uns vor dem Heimatmuseum in Empfang nahm, in Richtung Schlosspark aufbrechen. Wir besichtigten den Park und das Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert und erfuhren dabei Wissenswertes zur Neschwitzer Geschichte. Auf dem Rückweg zum Heimatmuseum begann gerade ein Autokorso mit historischen Fahrzeugen, sodass wir uns diesen bei Eis und Kaffee erstmal anschauten, bevor uns Herr Lehmann durch sein Museum führte.
Die Thematik hier ist vielfältig: Die Dauerausstellung beherbergt u.a. einige Modelle historischer Neschwitzer Gebäude, die von Schülern aus der Umgebung gebaut wurden. Sorbische Trachten, nachgestaltete Wohnbereiche und eine Handwerkerchronik stellen die jüngere Geschichte dar. Eine Gesteinssammlung dokumentiert, dass unsere heimatliche Elbe in Urzeiten ganz woanders floß, z.B. eben durch die Neschwitzer Gegend. Eine Sonderausstellung zu historischer Medizintechnik wurde gerade eröffnet.
Im Anschluss an die Führung konnten wir uns noch etwas auf dem Markt umschauen, wo auf der Bühne zwischenzeitlich eine Modenschau und die Gruppe Country-Boots mit Line-Dance die Zuschauer unterhielten. Nach einem individuellen Imbiss traten wir am Abend dann wieder die Heimreise nach Dresden an.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz, die uns diesen interessanten Nachmittag ermöglichten.

Besuch in Prag

Am 16.05.2017 fuhr eine kleine Abordnung des Vereins nach Prag. Wir folgten damit einer Einladung unseres Prager Freundes Pavel Langer, des Herausgebers des Buches „Telefony“. Wir starteten auf Empfehlung Pavels bereits um 6:00 Uhr, da ein umfangreiches Besuchsprogramm geplant war. Gerade hatte ich die für deutsche Verhältnisse wenig befahrene Autobahn „gelobt“, kamen wir nur 4 km vor der geplanten Ausfahrt in Prag in einen Stau, der uns 45 Minuten Verspätung einbrachte.
Pavel Langer hatte seinen Freund André mitgebracht, der den ganzen Tag wertvolle Dienste als Fotograf, Übersetzer und Navigator für die Fahrten in der Innenstadt leistete.
Zuerst besuchten wir das Museum PRE, in dem außer einer beeindruckenden Sammlung von Exponaten der Energietechnik Pavel Langers genauso bemerkenswerte Sammlung von Telefonen untergebracht ist. Der Direktor des Museums PRE begrüßte uns und führte uns auch selbst durch die Ausstellung.
Danach wollte uns Pavel das Depot, das im Gebäude der tschechischen Telekom CETIN in Zizkov untergebracht ist, zeigen. Dort befindet sich ein weiterer Arbeitsplatz von Pavel. In den Lagerräumen waren z. B. viele Fernschreiber, Kabelexponate und auch moderne Technik zu sehen. Begrüßt wurden wir bei CETIN vom Abteilungsleiter für schnelles Internet. Er zeigte uns moderne Nachrichtentechnik auf LWL- Basis, die in einem Werk in Hartmannsdorf bei Chemnitz hergestellt wird. Der AbtL will sich übrigens bald unser Fernmeldemuseum ansehen.
Nach dem Mittagessen ging es in die Wohnung von Pavel. Dort übergaben wir aufbereitete deutsche Telefone, und wir konnten uns an Pavels Telefonen erfreuen. Bei Kaffee und Kuchen tauschten wir uns über technische Details wie Anschlussdosen, die Bezeichnung tschechischer Telefone und die Darstellung technischer Fakten bei der Übersetzung des Buches  aus. Weit nach 16:00 Uhr begann dann die Rückreise.
Wir möchten uns bei unseren Freunden Pavel und André ganz herzlich für die Bewirtung, Reisebegleitung und Gastfreundschaft bedanken. Es war ein sehr schöner Tag. Nur – von den Sehenswürdigkeiten Prags haben wir nichts mitbekommen. Aber das kann man ja mal nachholen.