Sonstige Übertragungstechnik

Zeitungsübertragung über analoge TF- Übertragungswege (Gaseta)

1982 wurde in der DDR die Einführung eines einheitlichen Nachrichtensystems zur Zeitungsübertragung (ZÜ) beschlossen. Es sollte dabei die Infrastruktur des sowjetischen Nachrichtenwesens auf die DDR übertragen werden. Angestrebt wurde die zeitnahe Übertragung von Zeitungen (zuerst „Junge Welt“, später „Neues Deutschland“) von Berlin nach Dresden, Erfurt, Rostock und Halle. Zusätzlich wurden noch die „Wochenpost“ (Dresden, Rostock, Erfurt) und das „Sportecho“ (montags, Halle) übertragen. In den Empfangsorten erfolgte nur wenige Stunden später der Nachdruck.

Aufbereitung

In der Sendestelle wurden die jeweiligen Zeitungsseiten auf eine Trommel gespannt. Ein elektronisches Abtastsystem wandelte die Seiten je nach gewünschter Auflösung in elektrische Signale.

Übertragungsweg

Für die Ganzseitenübertragung brauchte man nur eine Sekundärgruppe (SG). Eine SG hat in Basislage ein Übertragungsband von 312 – 552kHz. Es wurden also nur 60 Fernsprech- Kanäle „geopfert“. Die Übertragung der Zeitungsseite war wahrscheinlich nur in einer Richtung möglich (hier von Berlin nach Dresden).  Von Berlin lief die Verbindung vermutlich über das Viertubenkabel MKKM1/VLT 1800 bis Radebeul, dann weiter zur ÜSt Dresden 1 als 1 SG innerhalb einer  V1800, dann von Dresden 1 zur ZÜ. Zwischen der Üst Dresden 1 und dem Haus der Presse wurde dazu ein Zwergtubenkabel verlegt. 4 Tuben waren jeweils in einem sogenannten SLT- Gestell abgeschlossen. Das SLT-Gestell ist das einzige Exponat, das vom Gesamtprozess der ZÜ in der Ausstellung gezeigt werden kann. Im SLT-Gestell endete die elektrische Bildübertragung einer Zeitungsseite.

 

 

Weiterbearbeitung

Die Weiterverarbeitung erfolgte in Entwicklungsautomaten EAR 210 bzw. 310 der Fa. Pentacon. Die elektrischen Signale steuerten eine Blitzlampe, die einen sehr empfindlichen Röntgenfilm (beim Vorgänger = deutsches Übertragungssystem BTZ hieß der Film FU 42) belichtete. Der Film befand sich auf einer Trommel, die sich mit konstanter Geschwindigkeit drehte. Es entstand ein Positivfilm in der Originalgröße einer Zeitungsseite. Daraus wurde dann in der Druckerei Dresden (damals im Haus der Presse) eine Druckmatrize erstellt. In der ersten Phase der ZÜ wurden die entwickelten Filme durch Boten zur Druckerei gebracht. Später entstand dazu eine Rohrpostanlage.