System 22

Dieses System ist mit Hebdrehwählern nach dem Patent von Almon Brown Strowger (1839 – 1902) bestückt. Mr. Strowger war ursprünglich ein Bestattungsunternehmer in Cansas City. Eben jener verdächtigte die Telefonistinnen in den damaligen  Handvermittlungsstellen, welche zur damaligen Zeit auch Telefonauskünfte erteilten, von seinen Konkurrenten bestochen worden zu sein – und dass seine Wettbewerber dadurch mehr Aufträge als er selbst erhielten. Das ärgerte Mr. Strowger sehr, und so gab es für ihn nur eine folgerichtige Lösung: Die Frauen mussten weg! So entstand der Überlieferung nach die Grundidee eines automatischen Telefonvermittlungssystems, das nicht mehr bestechlich war.

Die Wähler, die in unserer Sammlung zu sehen sind, stammen von der Firma Siemens & Halske, welche auf dem Strowger-Patent basieren. Das Vermittlungssystem konnte unbegrenzt erweitert werden. In Dresden waren die Vermittlungsstellen in Neustadt und Süd bis nach der Wende mit dieser Technik in Betrieb. Bitte beachten Sie die drei Schleifarme an den Strowger-Wählern. Sie waren die maßgebliche Ursache für Knacksen und Rauschen in den Gesprächsverbindungen – nicht die Staatssicherheit. Natürlich hat es seit 1922 Änderungen an der Schaltungstechnik des Systems gegeben. Das Prinzip des Hebdreh- bzw. Strowger-Wählers wurde aber all die Jahre nicht verändert.

Ein weiteres wesentliches Bauteil dieses Systems ist der Vorwähler (VW). Der Vorwähler ist wesentlich einfacher konstruiert und führt nur eine einfache Drehbewegung aus. Er wird daher auch als Drehwähler bezeichnet.

Jeder Fernsprechteilnehmer besaß seinen eigenen Vorwähler. In einem Vorwählerrahmen wurden zumeist 100 Vorwähler zusammengefasst.

Die Firma Autofabag fertigte das schaltungstechnisch gleiche System 22 mit Hebdrehwählern ähnlich dem Strowger-Wähler, jedoch in konstruktiv kleinerer Ausführung.  Davon können wir ein Gestell mit Leitungswählern zeigen.