Vermittlungstechnik

Bei der Reichspost, der Deutschen Post und auch bei der Bundespost wurden die elektromechanischen Vermittlungssysteme nach dem Abschlussjahr ihrer Entwicklung bezeichnet. Für das Vermittlungssystem 22 bedeutet dies demzufolge, das die Entwicklung 1922 abgeschlossen wurde – das System wird daher S 22 genannt.

Übersicht der in Deutschland seit Beginn der Automatisierung eingesetzten Systeme

Folgende Systeme waren bis zur Wende und zum Teil bis Ende 1996 im Einsatz:

S 22, S 27/29, S 34, S 50, S 56, S 57, S 58, S 63, S 64/65, OZ 100 und ARM 20.

Darüber hinaus enthält unsere Sammlung Elemente des nur in der BRD eingesetzten Systems System 55v (EMD) sowie Teile des digitalen Systems Alcatel S 12.

Unsere Demonstrationsanlage im Geschäftszimmer gehört zum System 50. Die Technik mit abgewandelter Schaltung kam in größeren Betrieben der DDR als Betriebstelefonanlage zum Einsatz (GWN-Anlage = Großwähl-Nebenstellen-Anlage).

Von den Systemen S 22 und S 50 gab es jeweils noch eine verkleinerte Form, bezeichnet mit S 22 kl oder S 50 kl. Davon war das S 50 kl weit verbreitet. Sein Einsatz erfolgte vorwiegend in kleineren Ortschaften, da dort die Höhe der angemieteten Räume niedriger war. In der Handelsschifffahrt der DDR sowie in kleinen und mittleren Betrieben war eine abgewandelte Form weit verbreitet.

Das System 64 fällt ebenfalls in diese Kategorie. Es wurde auch im ländlichen Raum eingesetzt, aber auch bei der Armee oder im Katastrophenfall als mobile Einrichtung. Im Stadtgebiet von Dresden waren fünf dieser Container im Einsatz.