Handwerkermarkt in Neschwitz

Zum Internationalen Museumstag findet in Neschwitz bei Bautzen der Handwerkermarkt statt und bereits 2013 konnten wir unseren Verein dort präsentieren. In diesem Jahr konnten wir der freundlichen Einladung der Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz wieder nachkommen und haben dabei zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, indem wir dies gleich als Exkursionsziel nahmen.
Auf dem Handwerkermarkt präsentierten sich allerlei traditionelle Gewerke vom Holzbildhauer über Keramiker und Töpfer bis hin zu den Frauen am Spinnrad. Alle waren bemüht, Kinder in ihre Arbeit einzuweihen, so wie auch wir in Person von Jürgen Haubold im Rahmen unserer Präsentation geduldig die Funktion der alten Wählscheibe zeigten. Jürgen hat dabei einen kleinen Überblick über unser Museum gegeben und für einen Besuch in Dresden geworben.
Zünftige Blasmusik und das schöne Wetter hatten bereits viele Besucher angelockt, als unsere 11-köpfige Gruppe in Neschwitz auf dem Markt eintraf. Da wir uns bereits in der Buschmühle Ohorn gestärkt hatten, konnten wir sofort mit Herrn Lehmann, der uns vor dem Heimatmuseum in Empfang nahm, in Richtung Schlosspark aufbrechen. Wir besichtigten den Park und das Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert und erfuhren dabei Wissenswertes zur Neschwitzer Geschichte. Auf dem Rückweg zum Heimatmuseum begann gerade ein Autokorso mit historischen Fahrzeugen, sodass wir uns diesen bei Eis und Kaffee erstmal anschauten, bevor uns Herr Lehmann durch sein Museum führte.
Die Thematik hier ist vielfältig: Die Dauerausstellung beherbergt u.a. einige Modelle historischer Neschwitzer Gebäude, die von Schülern aus der Umgebung gebaut wurden. Sorbische Trachten, nachgestaltete Wohnbereiche und eine Handwerkerchronik stellen die jüngere Geschichte dar. Eine Gesteinssammlung dokumentiert, dass unsere heimatliche Elbe in Urzeiten ganz woanders floß, z.B. eben durch die Neschwitzer Gegend. Eine Sonderausstellung zu historischer Medizintechnik wurde gerade eröffnet.
Im Anschluss an die Führung konnten wir uns noch etwas auf dem Markt umschauen, wo auf der Bühne zwischenzeitlich eine Modenschau und die Gruppe Country-Boots mit Line-Dance die Zuschauer unterhielten. Nach einem individuellen Imbiss traten wir am Abend dann wieder die Heimreise nach Dresden an.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz, die uns diesen interessanten Nachmittag ermöglichten.

Besuch in Prag

Am 16.05.2017 fuhr eine kleine Abordnung des Vereins nach Prag. Wir folgten damit einer Einladung unseres Prager Freundes Pavel Langer, des Herausgebers des Buches „Telefony“. Wir starteten auf Empfehlung Pavels bereits um 6:00 Uhr, da ein umfangreiches Besuchsprogramm geplant war. Gerade hatte ich die für deutsche Verhältnisse wenig befahrene Autobahn „gelobt“, kamen wir nur 4 km vor der geplanten Ausfahrt in Prag in einen Stau, der uns 45 Minuten Verspätung einbrachte.
Pavel Langer hatte seinen Freund André mitgebracht, der den ganzen Tag wertvolle Dienste als Fotograf, Übersetzer und Navigator für die Fahrten in der Innenstadt leistete.
Zuerst besuchten wir das Museum PRE, in dem außer einer beeindruckenden Sammlung von Exponaten der Energietechnik Pavel Langers genauso bemerkenswerte Sammlung von Telefonen untergebracht ist. Der Direktor des Museums PRE begrüßte uns und führte uns auch selbst durch die Ausstellung.
Danach wollte uns Pavel das Depot, das im Gebäude der tschechischen Telekom CETIN in Zizkov untergebracht ist, zeigen. Dort befindet sich ein weiterer Arbeitsplatz von Pavel. In den Lagerräumen waren z. B. viele Fernschreiber, Kabelexponate und auch moderne Technik zu sehen. Begrüßt wurden wir bei CETIN vom Abteilungsleiter für schnelles Internet. Er zeigte uns moderne Nachrichtentechnik auf LWL- Basis, die in einem Werk in Hartmannsdorf bei Chemnitz hergestellt wird. Der AbtL will sich übrigens bald unser Fernmeldemuseum ansehen.
Nach dem Mittagessen ging es in die Wohnung von Pavel. Dort übergaben wir aufbereitete deutsche Telefone, und wir konnten uns an Pavels Telefonen erfreuen. Bei Kaffee und Kuchen tauschten wir uns über technische Details wie Anschlussdosen, die Bezeichnung tschechischer Telefone und die Darstellung technischer Fakten bei der Übersetzung des Buches  aus. Weit nach 16:00 Uhr begann dann die Rückreise.
Wir möchten uns bei unseren Freunden Pavel und André ganz herzlich für die Bewirtung, Reisebegleitung und Gastfreundschaft bedanken. Es war ein sehr schöner Tag. Nur – von den Sehenswürdigkeiten Prags haben wir nichts mitbekommen. Aber das kann man ja mal nachholen.

 

Exkursion zum Stuhlbaumuseum Rabenau

Die Teilnehmer trafen sich am 12.11.2016 im Hauptbahnhof wie üblich „unterm Strick“. Insgesamt 17 Personen nahmen an der Exkursion teil. Burkhard hatte die Reise sehr gut vorbereitet und im Vorfeld bereits die nötigen Bahnkarten besorgt. Bei sehr trübem Wetter, aber guter Laune fuhren wir mit der S-Bahn nach Freital-Hainsberg. Dort stiegen wir  in die gut geheizte Weißeritztalbahn nach Rabenau um.
Hauptziel war das Deutsche Stuhlbaumuseum in Rabenau, untergebracht im Vorwerk der ehemaligen Burganlage.  Es liegt in der Bergstadt, sodass immerhin 100 Höhenmeter überwunden werden mussten, was manchen außer Puste brachte. Das Museum zeigt die fast 400 Jahre dauernde Geschichte des Stuhlbaus in Rabenau. Die wichtigsten Exponate werden in einem Raum mit einem sehr schönem Kreuzgewölbe ausgestellt. Außer Stühlen sind dort Werkzeuge, Vorrichtungen und Materialien zu besichtigen.
Besonders faszinierend fand ich den in Rabenau seit 1869 hergestellten Stuhl Nr. 14, ursprünglich entwickelt von den Gebrüdern Thonet. Massive Holzstäbe werden nach mehrstündiger Behandlung mit Wasserdampf in eine Form gepresst. Das Holz behält auch nach dem Trocknen seine Form.
Seit 2005 bereichert ein Maschinenraum mit Transmissionen die Ausstellung. In diesem Raum befindet sich ein für uns interessantes Objekt, ein Telefonapparat W 38 mit daneben hängenden handgeschriebenen oft genutzten Rufnummern.
Im Museumskomplex sind auch Exponate zur Stadtgeschichte und Einrichtungsgegenstände aus vergangen Zeiten ausgestellt. Ein Polyphon, eine Art HiFi-Anlage der Vorzeit, eingebaut in ein schönes Holzgehäuse, spielte, dem Hauptthema des Hauses verpflichtet, das Lied „Ist denn kein Stuhl da für meine Hulda“.
Nach dem Museumsbesuch ging es dann zur Postmeilensäule in Nähe der St. Egidienkirche. In der „Rabenauer Mühle“ wurde Mittag gegessen. Die Portionen waren nicht übermäßig groß, aber geschmacklich sehr gut. Es folgte eine kleine Wanderung parallel zur Eisenbahnstrecke zurück nach Freital-Coßmannsdorf. Die Strecke war aber doch ein wenig länger als von Experten eingeschätzt, sodass die letzten nur kurz vor Abfahrt des Zuges den Haltepunkt erreichten. Wohlbehalten erreichten wir nach dem Umsteigen in die S-Bahn den Dresdner Hauptbahnhof. Danke an Burkhard für diese gelungene Exkursion. Burkhard lieferte auch die Bilder für diesen Beitrag.

Exkursion zur Seilablaufanlage Chemnitz-Hilbersdorf

Entsprechend des Arbeitsplanes fand am 23.06.16 die Exkursion zum Museum der Eisenbahnfreunde des Vereines „Eisenbahnfreunde Richard Hartmann e. V.“ in Chemnitz-Hilbersdorf auf dem Programm. Im Blickpunkt war natürlich die Seilablaufanlage der Bahn. Punkt 09.00 Uhr ging die Fahrt mit drei Fahrzeugen von beteiligten Vereinsmitgliedern in Richtung Hilbersdorf los. Ohne Hindernisse waren wir pünktlich am Ziel und wurden vom Vereinsvorsitzenden der Seilablaufanlage herzlich begrüßt.

Und schon rieselten die Informationen. Der Rangierbahnhof diente der Zerlegung von Güterzügen und Neuzusammenstellung für die Weiterfahrt. Die Anlage zur Entlastung des Bahnknotens Chemnitz entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Nach Inbetriebnahme betrug der tägliche Wagenzulauf 1700 bis 1800 Wagen. In den Jahren 1918 bis 1925 stieg der Umschlag ständig. 1925 wurde die Kapazitätsgrenze erreicht. Für diesen Gefällebahnhof wurde nun 1928 bis 1930 eine moderne Seilablaufanlage unter Planungsleitung von Dr. Ing. Edmund Frohne, welcher auch in Dresden eine solche errichtete, gestaltet. Danach konnten bis 1990 täglich bis zu 3000 bis 3500 Wagen bewegt werden. Die Anlagen der Seilablaufanlage wurden 1991 außer Betrieb genommen. Das restliche Rangieraufkommen wurde mit Lokomotiven der Baureihe 106 abgewickelt. Im Dezember 1996 erfolgte der letzte Wagenablauf vor der Schließung des Rangierbahnhofs. Heute werden Teile der Anlagen von 25 Vereinsmitgliedern erhalten, instand gesetzt und betrieben. Gegenüber dem üblichen Rangierablauf, die Wagen werden mit Lokomotiven auf die verschiedenen Gleise geschoben bzw. angeschoben, wird bei Verwendung einer Seilablaufanlage der Wagenzug mit Hilfe eines Seilwagens bewegt. Der Seilwagen ersetzt die Lokomotive. Den Seilwagen zog ein Stahlseil, welches mittels der Spannwerken gespannt wurde. Angetrieben wurde die Anlage durch 3 Antriebsmaschinen, welche in einem Maschinenhaus untergebracht sind. Nachdem der Zug getrennt war, galt es die Wagen zu bremsen. Wichtiges Hilfsmittel war dabei der der Hemmschuh mit ca. 7 kg Eigengewicht. Eine körperlich schwere Arbeit. Die Besichtigung und Vorführungen war für alle eine interessante und auch lehrreiche Schau. Die Erzählungen einzelner Vereinsmitglieder charakterisierte das Leben und die Schwere der Arbeit auf dem Rangierbahnhof. Allen Vereinsmitgliedern der Seilablaufanlage weiter viel Erfolg und Danke für die umfangreichen Informationen.

Mit vielen Infos angereichert, meldete sich der kleine Hunger und wir fuhren zum Mittagessen. Frisch gestärkt wurde unser zweites Ziel, das Sächsische Industriemuseum angesteuert. Die dort gezeigten Exponate zeugen mit Hochachtung von den technischen Leistungen und dem wissenschaftlichen Stand der sächsischen Industrie.

Insgesamt eine gelungene Exkursion. Dank den Organisatoren und unseren Fahrern.

Wolfgang Ludwig

15 Jahre Elektrotechnische Sammlung Markkleeberg

Aufgrund der guten Zusammenarbeit in den letzten Jahren waren wir zu dieser Veranstaltung in Markkleeberg am Freitag, den 27.05.2016 eingeladen. Die Festveranstaltung fand im Rathaus Markkleeberg statt. Ca. 60 Gäste und Mitglieder waren der Einladung gefolgt, darunter 4 Mitglieder unseres Vereins. Der Vereinsvorsitzende Dr. Raue ging zu Beginn auf die Geschichte des Arbeitskreises – genauer der Bildungs- und Begegnungsstätte mit seinem Kernstück Elektrotechnische Sammlung – ein. Zuerst im alten Haupt- und Umspannwerk Taucha eingerichtet, begann 2010 der Umzug in das jetzige Objekt Markkleeberg. Die Sammlung umfasst heute 4000 Exponate auf 650 qm Ausstellungsfläche Neben dem Hauptsammelgebiet Starkstromtechnik sind auch Exponate der Fernmeldetechnik, z. B. eine Nebenstellenanlage SK 350, Fernschreiber/ Fernschreibübertragungstechnik und Telefone zu sehen.
Erster Gratulant war der Oberbürgermeister von Markkleeberg Dr. Klose. Das zeigt, welche Verbundenheit zwischen Stadt und Verein besteht. Ähnliches haben wir schon in Mühlhausen erlebt. Weitere Gratulanten kamen vom VDE-Bezirksverein Leipzig/Halle und vom Kommunalen Eigenbetrieb. Der Vereinsvorsitzende  Claus Hegewald überbrachte Glückwünsche der IGHFt und überreichte unsere Vereinschronik.
Im Anschluss an die Feierstunde war dann Gelegenheit, die Elektrotechnische Sammlung anzusehen. Heino und Wolfgang konnten sich daran aber nicht beteiligen. Ausgerechnet beim Vorführen der Fernschreiber streikte das Anschaltgerät. Es wurde sogleich nach Ursachen gesucht. Der Fehler konnte aber dort nicht eingegrenzt werden. Deshalb mussten sie das Gerät zur Reparatur mit nach Dresden nehmen – wieder ein kleines Zeichen für die gute Zusammenarbeit der beiden Vereine.
Wir danken den ca. 20 aktiven Mitgliedern des Arbeitskreises für die erwiesene Gastfreundschaft und wünschen weiterhin alles Gute für den Erhalt und die Erweiterung dieser einzigartigen Sammlung und natürlich auch viele Besucher.

 

Frühjahrsexkursion 2016 in das Zuseum in Bautzen

Unsere Frühjahrsexkursion 2016 hatte das Zuseum in Bautzen zum Ziel, empfohlen schon vor einigen Jahren von unserem Ehrenvorstand Wolfgang Fasold. So richtig wussten wir 20 Teilnehmer nicht so recht, was uns konkret erwartet; wir waren entsprechend gespannt. Mit der Bahn fuhren wir nach Bautzen und liefen von dort direkt die Taucherstraße entlang bis vor’s Zuseum – eine Wortschöpfung aus (Konrad) Zuse und Museum. Hier erwartete uns in einem Klassenzimmer Herr Samuel, hauptberuflich Lehrer und in der Freizeit mit seinen Mitstreitern dahingehend engagiert, jungen Menschen eine Vielzahl von Angeboten zur sinnvollen Freizeitgestaltung anzubieten. Quasi als Fortsetzung der ehemaligen Arbeitsgemeinschaften in den Schulen und des Pionierhauses in Bautzen.

Das erste, was wir im kamingeheizten Klassenzimmer sahen, war eine Modellanlage des Systems 50. Da fühlten wir uns sofort wie zu Hause im Fernmeldemuseum und nahmen gleich die Vitrinen mit historischen Rechenmaschinen ins Visier. Sicher wurde jeder von uns aufgrund seiner Ausbildung schon einmal mit den Grundprinzipien mechanischer Rechentechnik konfrontiert, aber ehrlich, so richtig drauf hatten es nur noch Einzelne. Herr Samuel führte uns kurzweilig anhand selbst gebauter Modelle durch die Geschichte der Rechentechnik, beginnend beim Abakus über Napiersche Rechenstäbchen und den Rechentisch von Adam Ries bis hin zu den Schieberegistern. Im Anschluss konnten wir dann noch die Schätze des Zuseums besichtigen: originale Zuse-Rechner und eine große Demonstrationsanlage, u.a. mit Flachrelais und Drehwähler.

Bevor wir uns über die Bautzner Flaniermeile, die Reichenstraße, zum Restaurant Karasek in der Altstadt begaben, konnten Interessierte noch mit der Eisenbahn im Garten ein Runde drehen. Nicht nur die Kinder hatten da ihren Spaß. Nach der Stärkung im Karasek ging es weiter zur Alten Wasserkunst, der ehemaligen Wasserversorgungsanlage von Bautzen, mit der das Wasser der Spree in die 30 m höher gelegene Stadt gepumpt wurde. Hier konnten wir uns im Turm umschauen, am Boden die Maschinenanlage, in den Zwischenetagen Wissenswertes zu Wasserversorgung und von der Spitze aus Blick auf die Stadtkulisse und die Spree.

Nun hatten wir noch etwas Zeit für individuelle Bummel durch die Stadt, ein Eis oder einen Kaffee, denn die Sonne hatte sich mittlerweile durchgekämpft, dann ging es mit dem Trilex wieder zurück nach Dresden. Wieder einmal sind wir ein Stück schlauer geworden bzw. wurde Vergessenes wieder zutage befördert. Und wieder haben wir Gleichgesinnte kennengelernt, die sich der Wissensvermittlung zu historischen Techniken verschrieben haben.

Besuch in der Sammlung der Museumsstiftung für Post und Telekommunikation in Heusenstamm

Vom Vorstand beauftragt, besuchten die Vereinsmitglieder Jürgen Haubold, Claus Hegewald und Hans- Henning Wolf am 13. und 14.10.2015 die Sammlungen der Museumsstiftung für Post und Telekommunikation (MSPT) in Heusenstamm bei Frankfurt/Main. Zweck des Besuches waren die Vorbereitung einer Vereinsexkursion im Jahr 2016 für unsere Vereinsmitglieder, die Beratung zur Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Einrichtungen sowie der Informationsaustausch. Dazu wurden wir herzlich von Frau Lioba Nägele und Herrn Michael Richter empfangen. Im Anschluss konnten wir bei einer Führung durch die umfangreiche Sammlungen unvergessliche Eindrücke mitnehmen, die wir in einer Vielzahl von Bildern festgehalten haben. Die Sammlung reicht von historischen Telefonen über Fernsprechvermittlungstechnik bis zu Rundfunk- und Fernsehgeräten aller Epochen. Dazu kommen Postkutschen und Kfz. Sachsen ist u. a. mit einem Phänomen aus der Autoproduktion in Zittau vertreten. Unter den Kfz sind auch zwei Fahrzeuge zu sehen, die mit Batterieantrieb fahren. Hier sieht man, dass die Post schon lange vor der heutigen Debatte um Elektroautos Vorreiter auf diesem Gebiet war. Mit vielen Eindrücken ging es am 14.10. wieder auf die Reise nach Dresden.

Claus Hegewald

15 Jahre Fernmeldemuseum Mühlhausen

Am 20.03.2000 wurde der Fernmeldemuseumsverein Mühlhausen e. V. gegründet. Bereits seit 1996 hatte man begonnen, zur Verschrottung bestimmte analoge Vermittlungstechnik und Endgeräte zu sammeln. Am 14.10.2000 wurde das Fernmeldemuseum eröffnet, gekoppelt mit der Präsentation moderner digitaler Vermittlungs- und Übertragungstechnik durch die Deutsche Telekom.

Kontakte zu unserem Verein gibt es seit 2003. Fünf  Vereinsmitglieder der IGHFt wollten den 15. Geburtstag des Fernmeldemuseums Mühlhausen gemeinsam mit ihren Gründern und Betreuern begehen. In Mühlhausen angekommen, gab es erst einmal Kaffee und Kuchen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vereins Bernd Stollberg besuchten wir das Museum. In der oberen Etage vorwiegend Endgeräte, beginnend mit einem Bellschen Telefon aus dem Jahre 1885, Vermittlungstechnik, u. a. mit 22er und 27/29er Wählern, und weitere Exponate, z. B. einem Fernschreiber T51 und PCM 30- Baugruppen, über die bereits vor der Wiedervereinigung eine PCM-Strecke in den „Westen“ betrieben wurde. Im Keller befindet sich ein Ausstellungsraum für Fernmeldebau mit Kupfer- und Glasfaserkabeln, Montage- und Messtechnik.

Der Tag der offenen Tür war sehr gut besucht. Unsere Mühlhäuser Freunde hatten sich gut auf diesen Tag vorbereitet. Auch Ankündigungen im Radio und Flyer sorgten dafür, dass viele Besucher erschienen. Unter den Besuchern waren auch ehemalige Mitarbeiter der Telekom und artverwandter Berufe, die ihren Angehörigen mitunter die alte Technik selbst erklärten.

Vorstandsmitglied Jörg Richter betätigte sich extra für uns als Fremdenführer und gab bei einem 2- stündigen Stadtrundgang Einblicke in die Geschichte Mühlhausens und zeigte Stätten, die mit dem Wirken Thomas Müntzers verbunden waren. Höhepunkt der Führung war ein Rundgang auf der begehbaren Stadtmauer.

Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen, u. a. mit Wurstspezialitäten aus dem Eichsfeld. Unser Vereinsvorsitzender Claus Hegewald übergab dem Vereinsvorsitzenden des Fernmeldemuseums Mühlhausen Bernd Stollberg ein Buch des VDE Dresden mit einem  Beitrag zum 130- jährigen Bestehen des Fernmeldewesens in Dresden. Nach einem ereignisreichen Tag fuhren wir nach Dresden zurück, nicht ohne unseren Mühlhäuser Freunden und Ehepartnern herzlich für die angenehmen Stunden zu danken.

 

 

 

Ein neues Museum: Thüringer Postamt Museum Gehlberg

Bei meinem vorweihnachtlichen Besuch in Thüringen hatte ich die Möglichkeit, dieses am 17. Oktober 2014 neu eröffnete Museum zu besuchen.
Nach längerem Leerstand und beginnendem Zerfall wurde das Postamt von einem noch aktiven Postler privat erworben und saniert. Von Anfang war klar: Im Erdgeschoss wird in den ehemaligen Schalterräumen ein Postmuseum eingerichtet. Nach vielen Jahren des Sammelns – unterstützt von zahlreichen Helfern – konnte nun in diesem Jahr das Museum eröffnet werden.
In diesem Museum werden natürlich Dinge gezeigt, die für manchen Fernmelder nur vom Hörensagen oder vom Besuch einer Post in längst vergangener Zeit bekannt sind.

 Mehr Informationen und Bilder finden Sie auf der entsprechenden Seite